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Gerechtigkeit

Christian Kott

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

der Journalismus ist auch nicht mehr das, was er einmal war. Je mehr über die „Geheimkonferenz“ in Potsdam bekannt wird, desto abstruser halte ich den Volksaufstand der guten Menschen gegen die angebliche „2. Wannseekonferenz“ für ein aufgebauschtes Spektakel. Und, damit sie mich nicht missverstehen:

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Das stimmt wenigstens teilweise. Rechts ist daran aber nichts, wenn man davon absieht, dass in acht Jahren ein einziges Mal ein Diskutant auf einem der Panel ein AfD-Landespolitiker war. Wir hatten bei den Treffen davor neben vielen CDU-Politikern mehr Redner mit SPD-Parteibuch als von der AfD. Also die „Tagesspiegel“-Autoren Lenze und Kramer hätten so, wie sie vorgehen, auch schreiben können, meine Netzwerktreffen seien eine Art Sozi-Vorfeldveranstaltung.

Und mehrfach Redner bei meinen Treffen war auch das CDU-Mitglied Hans-Georg Maaßen, ein streitbarer kluger Mann, der demnächst eine Partei gründen will. Dabei – so der „Tagesspiegel“ – solle der Redaktionsleiter Kelle auch „eine Rolle spielen“. Das hörte ich in dem Artikel zum ersten Mal. Aber, so die Investigativ-Amateure, das stehe im „Spiegel“. Wusste ich vorher auch noch nicht.

Wichtig aber ist: Weder der „Tagesspiegel“ noch der „Spiegel“ hatten vor der Veröffentlichung auch nur versucht, mich anzurufen und mit mir zu sprechen. Diese Leute wollen gar nicht wissen, wie ein Sachverhalt ist, sie schreiben einfach zusammen, was sie an Framing unters Volk bringen wollen, wahr oder unwahr – vollkommen egal.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle